Bio heißt nicht automatisch gesund

Bio ist nicht gleich bio

Nachhaltigkeit und Bio werden im Jahre 2016 groß geschrieben. Allein in Deutschland ist mittlerweile jedes 10. neu angemeldete Produkt vegan.  Viele etablierte Unternehmen versuchen inzwischen, auf den grünen Zug aufzuspringen. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit werden ethisch verwerfliche Produkte produziert.

In fast jedem Supermarkt springt sie einen mittlerweile förmlich an: die Bio-Abteilung. Von Milch von glücklichen Kühen über Fleischersatzprodukte, zumeist aus Soja, bis hin zu fair produzierten Kosmetik-Produkten mit biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen finden bewusste Konsumenten fast alles,
was das Herz begehrt.

Doch viele Firmen nutzen die Beliebtheit, der sich nachhaltige Produkte derzeit erfreuen, um verkleidete Chemiekeulen zu verkaufen. Laut „Öko-Test“ enthalten zwischen 15-60% der von ihnen getesteten vermeintlichen Öko-Produkte künstliche oder chemisch hergestellte Zutaten.

Dieses Phänomen findet man nicht nur in der Kosmetikbranche. Auch die Lebensmittelindustrie ist verseucht von Produkten, die nicht einhalten, was sie vorgeben zu sein. Die von der Coca Cola Company gekaufte Firma „Innocent“, die Super Smoothies verkauft, gerät regelmäßig in die Kritik wegen falscher Versprechen in ihren Reklamen.

Gefährliche Entwicklung

Diese Entwicklung ist gefährlich: Wenn Nachhaltigkeit Marketingmittel zum Zweck wird, statt einer aufrichtig empfundenen Pflicht für ein Unternehmen, läuft die ganze Bewegung Gefahr, ins Stocken zu geraten. Denn die ursprüngliche Beliebtheit dieses Trends hängt im Wesentlichen mit einem wichtigen Faktor zusammen: der Faulheit der Konsumenten. Bevor fair produzierte und vertriebene Produkte weitläufig in den oben genannten Bio-Abteilungen verfügbar waren, haben vor allem jene diese Produkte konsumiert, die sich privat ohnehin für dieses Thema interessierten. Aber mit den Bio-Inseln kam das Thema Nachhaltigkeit plötzlich in
die Köpfer der „normalen“ Käufer. Und eben diese forschen zu Hause tendenziell eher nicht nach, welche der als nachhaltig verkauften Produkte auch tatsächlich so produziert werden.

Ob in Form strengerer Regularien, neuer Prüfinstanzen oder Sanktionen für solche, die unter falschem Banner werben:
in irgendeiner Form muss dem derzeitigen Trend zur Scheinnachhaltigkeit Einhalt geboten werden. Ansonsten ist diese großartige
Entwicklung möglicherweise schneller vorbei, als uns lieb ist.

Geschrieben von
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