Tomorrowing your Business – Der Zukunftskongress

Eine neue Studie zeigt: Führungskräften in deutschen Unternehmen fehlt es an digitalem Wissen. Nur wenige Betriebe haben eine Strategie zur Digitalisierung, Innovationen bleiben aus. Besonders mittelständische Unternehmen sind betroffen.

Die Welt befindet sich im Wandel und niemand weiß, wie sie sich in Zukunft gestalten wird. Umso wichtiger ist es, speziell für Unternehmen, zukunftsreiche Strategien zu entwickeln und der Zeit voraus zu sein. Auf einem Unternehmertreffen in Potsdam versammelten sich dafür am 16. November zahlreiche Geschäftsleute auf dem „Tomorrowing your Business“-Kongress.

Thematisiert wurden die verschiedenen Digitalisierungsstrategien der Unternehmen. Veranstaltet wird der Kongress von den Zukunftsforschern von „2b ahead“. Und sie präsentierten alarmierende Zahlen:

Demnach fehlen knapp 30 % der Führungskräfte in Unternehmen das nötige Wissen für einen digitalen Wandel. Rund die Hälfte (51 %) haben die Kompetenz teilweise. Nur jeder fünfte Firmenchef attestiert seinen Führungskräften das nötige Know-how, um den digitalen Wandel und Innovationen zu gestalten. Grundlage ist eine aktuelle Befragung von deutschen Unternehmenschefs und Managern.

Fehlende Strategien verhindern Wandel

Besonders drastisch: Lediglich 10 % der befragten Unternehmen bauen ihr Wissen zum Thema Digitalisierung systematisch auf. Rund 70% der Befragten setzen auf „learning by doing“, also das Austesten und Probieren.

Ausschlaggebend ist ein sogenannter Trend-Index, der im Jahr zweimal erhoben wird. Von Mitte September bis Anfang Oktober wurden 176 „Trendentscheider“ aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen befragt. Die Studie würde somit nur einen Trend widerspiegeln, hieß es von den Autoren, sei demnach also nicht repräsentativ.

So sei die Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft insgesamt gut, heißt es weiter. Gegenüber dem ersten Halbjahr habe sich diese sogar verbessert. Allerdings glauben nur wenige der befragten Experten (32 %), dass die Entwicklung im nächsten Halbjahr besser werde.

Im Mittelstand keine Innovationen

Während sich Großkonzerne, wie etwa die Deutsche Bahn oder die Allianz, mittlerweile mitten in der Transformation befinden und klare Digitalisierungsstrategien verfolgen, mangelt es besonders bei mittelständischen Unternehmen, die nötigen Schritte in die Wege zu leiten.

Ein Grund sieht Sven Janszky, Direktor des Instituts „2b ahead“ und Unternehmensberater, darin, dass mittlere Unternehmen weniger bereit sind, Geld in die Hand zu nehmen. „Das ist eine Fehleinschätzung der Unternehmen“, sagt er. Das Problem vieler Firmen sei, dass sie keine klare Zukunftsvorstellung ihres Unternehmens haben.

In Großkonzernen hingegen gibt es teilweise ganze Abteilungen, die sich um das zukünftige digitale Leben der Unternehmen kümmern. Sogar neue Jobbezeichnungen, wie „Head of Digitalism“, werden im Zuge der Digitalisierung geschaffen. Langfristig müssen aber auch mittlere Unternehmen in den digitalen Wandel investieren, wenn sie konkurrenzfähig bleiben wollen. Anders können Fortschritt und Innovation auf Dauer nicht funktionieren.

 

Geschrieben von
Mehr von Steve Reutter

Terror im Herzen der Türkei

Die Menschen der Türkei sind in diesem Jahr zum sechsten mal Opfer...
Mehr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.