Die schreibenden Freunde des Freihandels

TTIP- und CETA-Gegner versammeln sich im Berliner Hauptbahnhof | bernswaelz über pixabay.com

In der deutschen Presselandschaft haben Ceta-Kritiker einen schweren Stand. Im besten Fall werden sie als faul und rückwärtsgewandt bezeichnet, manchmal wirft man ihnen Antiamerikanismus oder die Nähe zu Rechtsextremen vor. Doch warum ist das so? Ein Blick in deutsche Redaktionen.

Ceta ist in aller Munde! Ob in der deutschen Qualitätspresse, auf mehr oder minder vertrauenswürdigen Blogs oder beim bierseligen Gespräch in einer verrauchten Studentenkneipe in Kreuzberg, das Freihandelsabkommen mit Kanada ist für nahezu jeden politisch interessierten Menschen ein Thema. Viel wird über Ceta gestritten. Von der Absenkung der europäischen Qualitätsstandards ist die Rede, von Chlorhühnern und Schiedsgerichten. Alles berechtigte Punkte, über die geredet werden muss. Schaut man jedoch in die deutschen Printmedien, sieht man deutlich mehr Zustimmung für das Freihandelsabkommen als Ablehnung. Vor allem die Ceta-Gegner werden häufig harsch angegangen.

Journalisten sitzen in transatlantischen Thinktanks

Warum ist das so? Bei einem Blick auf die Verbindungen zwischen bekannten deutschen Journalisten und transatlantischen Thinktanks wird klar, warum die Gegner der Freihandelsabkommen häufig in ein schlechtes Licht gestellt werden. Da ist zum Beispiel Klaus-Dieter Frankenberger von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Mitglied der Trilateralen Kommission und der Atlantik-Brücke war und Gegner von TTIP und Ceta als Hysteriker, Pessimisten und Globalisierungsgegner bezeichnet. Josef Joffe von der Zeit, ebenfalls Mitglied der Trilateralen Kommission und der Atlantik-Brücke sowie einer Handvoll weiterer transatlantischer Verbände, hält ebenfalls nichts von den Gegnern des Freihandels. Die Kritiker der Verträge seien dagegen, da diese vor allem die „Nicht-so-tüchtigen“ benachteiligen würden.

Was jedoch verschwiegen wird: Sowohl Befürworter als auch Gegner des Freihandels malen in schwarz-weiß. Die eine Seite ruft den Weltuntergang aus, sollte der Willen der jeweils anderen Seite in Kraft treten. Die Fronten sind verhärtet und die Diskussion dreht sich im Kreis. Das, was nun helfen kann, sind transparente Verhandlungen und eine Presse, die ihre Rolle als Vierte Gewalt wahrnimmt und nicht durch persönliche Verflechtungen versucht, eigene Ansichten durchzusetzen.

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