Tod, Trauer, Abschied, Erinnerung – die Bestattung

Die Bestattung ist ein wichtiger Part der Abschiedsname Foto: © BDB

Der Tod – ein oft gemiedenes Thema. Trotzdem gehört er zum Leben dazu. Er betrifft jeden von uns. Abschied von einem Menschen nehmen, ist ein Teil davon. Die Bestattung spielt dabei eine wichtige Rolle. Für die Hinterbliebenen ist sie eine Möglichkeit dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen und an ihn zu erinnern. 

In Deutschland gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Bestattungsarten. Zum einen die Erd- und zum anderen die Feuerbestattung. Zusätzlich gibt es bestimmte Beisetzungsformen, wie zum Beispiel die Seebestattung. Diese kann jedoch nur nach einer Feuerbestattung stattfinden. Für die Bestattung muss man insgesamt circa 2500 – 4000 Euro einplanen, unabhängig, für welche Bestattungsart man sich letztendlich entscheidet.

„Die häufigste Bestattungsart ist seit etwa zwei bis drei Jahren die Feuerbestattung“, sagt Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums deutsche Bestattungskultur e.v. in Düsseldorf und Pressesprecher des Bundesverbands deutscher Bestatter. Circa 54,5  % der Menschen entscheiden sich für diese Art. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Motive für eine Feuerbestattung

 

Andere Arten der Bestattung

Seit einigen Jahren hört man immer mehr von ungewöhnlichen Arten, den Verstorbenen zu bestatten. In Amerika zum Beispiel lassen einige Hinterbliebene die Asche des Verstorbenen in eine Patronenhülse füllen und verschießen sie daraufhin. „My holy smoke“ bietet dieses Verfahren an. So etwas ist in Deutschland aber natürlich nicht denkbar.

Ein Grund dafür ist zu einem die Friedhofspflicht. Die Asche des Verstorbenen muss bestattet werden. „Der Bundesgerichtshof hat in einer Entscheidung im Jahre 2015 festgestellt, dass die ganze Asche in Deutschland beizusetzen und nicht zu teilen ist, andernfalls ist es eine Störung der Totenruhe“, berichtet Wirthmann.

„Es gibt den Trend zu eher pflegefreien und pflegearmen Gräbern“, sagt Oliver Wirthmann. Foto: © BDB

Der Diamant

Eine andere ungewöhnliche Möglichkeit der Bestattung ist das Pressen eines Diamanten aus der Asche des Verstorbenen. Um das Verbot in Deutschland zu umgehen, muss dafür die Asche in die Schweiz überführt werden. „Dort wird Grafit beigefügt, also gemahlene Bleistiftminen, und unter hohem Druck zu einem Diamanten gepresst. In Wahrheit ist das ein synthetischer Diamant“, sagt Wirthmann.

Jedoch darf man nicht vergessen, dass Restasche übrig bleibt und diese bestattungspflichtig ist. „Des Weiteren kann es trauerpsychologisch zu großen Problemen bei den Angehörigen führen. Denn es verunklart darüber, wo der Verstorbene ist. Ist er jetzt in diesen Diamanten zu sehen oder ist er in der Restasche zu sehen? Das kann psychologisch Probleme bringen“, gibt Wirthmann zu bedenken.

Tree of Life

Aus der Asche einen Baum zu pflanzen ist ebenfalls eine Möglichkeit. „Tree of Life“ bietet so etwas zum Beispiel an. Durch die Friedhofspflicht in Deutschland wird die Urne mit der Asche des Verstorbenen in die Niederlande, Schweiz oder Tschechische Republik geschickt.

Dort wird die Asche mit der Erde gemischt und der Wunschbaum wird eingepflanzt. Nach circa 6 -9 Monaten ist der Baum pflanzfertig und wird den Hinterbliebenen übergeben. Diese können den Baum dann an einem beliebigen Ort pflanzen. Dieser muss jedoch sehr gut ausgewählt werden, da ab einer bestimmten Größe und Alters des Baumes eine Umpflanzung nicht mehr möglich ist.

Individuelle Entscheidung

Die meisten Menschen entscheiden sich für eine Erd- oder Feuerbestattung. Nur sehr wenige wählen eine der anderen Möglichkeiten.
„Der beste Ort für Verstorbene ist der Friedhof“, sagt Wirthmann.

Für welche Bestattungsart man sich entscheidet, ist von den persönlichen Vorstellungen und Überzeugungen abhängig. Foto: © BDB

Letztendlich muss jeder selber entscheiden, welche Bestattungsart die Richtige ist. Der Wunsch des Verstorbenen sollte dabei natürlich berücksichtigt werden. Auch wenn das ein sehr unangenehmes Thema ist, sollte man darüber sprechen, damit die passende Wahl der Bestattung für jeden gefunden werden kann.

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