Rock am Ring: Goodbye Mendig und Hallo Nürburgring!

Rock am Ring Konzert am Nuerburgring
Die zweitgrößte Bühne auf dem Festivalgelände in Mendig. (Foto: Luisa Ney)

Rock am Ring findet wieder am Nürburgring statt! Nachdem das größte Rockfestival Deutschlands zwei Jahre in Mendig stattfand, gab der Veranstalter „Lieberberg“ bekannt, dass Rock am Ring nun nach Hause zurückkehrt. Die Fans freuen sich und trauern dem Übergangsort nur mäßig hinterher.

Eine Geschichte, die noch lange nicht zu Ende ist

Begonnen hat alles im Mai 1985 mit Künstlern wie Joe Cocker, U2 und Foreigner. Geplant war das Festival als einmalige Sache, doch innerhalb kürzester Zeit kauften 75.000 Fans die damals noch 49,00 DM teuren Tickets. Aufgrund des großen Andrangs, wurde das Festival auch für die kommenden Jahre geplant.

1999 fand das Festival erstmals in der Form statt, wie es heute aufgebaut ist. Mit drei Bühnen und über 90 Bands, die an drei Tagen am ersten Juniwochenende auftraten. Seit 2007 war das Festival fast jedes Jahr ausverkauft und wurde jährlich von weit über 80.000 Besuchern vor Ort verfolgt. Im Jahr 2016 wurde der Besucherrekord mit 92.500 Besuchern gebrochen.

Von Beginn an fand das Festival auf der Rennstrecke Nürburgring in der Eifel statt. 2014 wurde angekündigt, dass das Festival nun nicht mehr dort stattfinden würde. Man suchte geeignete Alternativen und landete schließlich auf dem ehemaligen Militärflughafen in Mendig, knapp 40 Kilometer weit entfernt. Der Grund des Wechsels war ein Streit zwischen Lieberberg und der Nürburgring-Gesellschaft „Capricorn“. Der Nürburgring-Betreiber verlangte eine Erhöhung der Beteiligung um 25 %. Das war Lieberberg zu viel und so konnte man sich nicht einig werden. Deshalb kündigte „Capricorn“ den Vertrag mit sofortiger Wirkung, sodass das Festival sein 30-jähriges Jubiläum nicht mehr am Nürburgring feiern konnte.

Neu ist immer besser?

Seit 2015 fand Rock am Ring auf dem ehemaligen Militärflughafen in Mendig statt. Die Fans waren anfangs begeistert von der grünen Idylle der Vulkaneifel. Doch so nach und nach zeigten sich die Tücken des neuen Schauplatzes. Das Wetter in der Vulkaneifel ist nicht gerade für seine Beständigkeit bekannt. So wurde aus dem Festivalauftakt in Mendig mit Sonnenschein, ein heftiges Gewitter mit zahlreichen Blitzeinschlägen. Bereits am zweiten Tag wurden an die 30 Besucher und Bühnenarbeiter verletzt.

Auch 2016 stand unter keinem guten Stern. Anfang Juni war das Wetter in ganz Deutschland katastrophal und geprägt von Überschwemmungen. Auch in Mendig startete das Festival mit knietiefem Schlamm. Bereits am ersten Tag musste das Programm für mehrere Stunden unterbrochen werden. Von Tag zu Tag wurden das Gelände und die Zeltplätze fast unbegehbar. Der zweite Tag war wieder von starken Gewittern geprägt. In diesem Jahr wurden knapp 80 Menschen verletzt, da die Blitze in den Zeltplätzen einschlugen. Die Behörde Mendig entzog daraufhin die Spielgenehmigung für Rock am Ring. Sonntags durften keine Bands mehr spielen und die Besucher mussten das Gelände räumen.

Zurück zum Ursprung

Im Dezember kam dann die Nachricht: Rock am Ring wieder am Originalschauplatz! Die Fans waren begeistert, und obwohl Mendig sehr schön war, trauert man dem Übergangsort nur mäßig nach. Nach der Vertragskündigung 2014 gründeten sich sogar Social-Media-Gruppen wie „Save Rock am Ring am Nürburgring!“. Die Gründe der Rückkehr veröffentlichte der Veranstalter auf Facebook und der offiziellen Rock am Ring Homepage. So sollen die stetig steigenden Umweltschutzauflagen finanziell nicht mehr tragbar sein. Der Nürburgring hingegen, sei eine Veranstaltungsstätte, die mit klaren und überschaubaren Auflagen genehmigt ist. Man wolle sich wieder darauf konzentrieren, das Festival inhaltlich und qualitativ zu gestalten.

Obwohl viele den Flugplatz in Mendig mochten, freuen sich viele, die seit Jahren bei Rock am Ring zu Besuch sind, wieder auf zuhause. Und bei bestätigten Headlinern wie Rammstein, Die Toten Hosen und System Of A Down lässt sich nur noch eins sagen: bis nächstes Jahr bei Rock am Ring am Nürburgring!

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