Oh, Berlin – Du kannst so unglaublich schön sein

Plattenbauten in Berlin-Marzahn, Foto: Janin Zimmermann

An günstigen Wohnungen mangelt es in unserer Hauptstadt Berlin nicht. Für unser schnellverdientes Geld bekommen wir unsere großräumigen Suiten mit eigenem Garten und Pool. Auch unser heiß geliebter Hund wird freudig von der Hausverwaltung begrüßt, denn so kommt endlich ein wenig Leben in die zentral gelegene Bude.

Die von Sauberkeit gesäumten Alleen sind nur ein Schmankerl von vielen. Und vor allem kennt man sich in Berlin, ob nun der ruhige Nachbar von nebenan oder der Dealer an der nächsten Straßenecke. Doch kaum bricht die von Neonschildern beleuchtete Nacht herein, zerfließen die Gedanken und man lässt sich gehen. Klubs und Bars werden zum zweiten Wohnsitz ernannt und so findet man sich letztlich gemeinsam in einem geleerten Glas wieder.

Ein Stein auf dem anderen in Berlin

Die Freiheit in Ketten gelegt, obwohl die Mauer schon vor langer Zeit gefallen ist. Die Mauern, die wir um uns selbst hochziehen, werden immer höher. Kaum etwas dringt noch zu uns durch. Wie ein Uhrwerk soll man funktionieren, doch sind wir aus dem Takt gekommen und ticken nicht mehr richtig. Wie Spione verstecken wir unsere wahren Identitäten, tragen unsere Masken mit Selbstverständlichkeit. Obwohl wir mit Werbung bombardiert werden, stehen wir standhaft wie die Plattenbauten da. Mit Scheuklappen ausgerüstet geht jeder seinen Weg und flüchtet sich in seine eigenen vier Wände.

 

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