Mythos Germania – eine Ausstellung über die NS-Architektur

Die Architektur spielte in der NS-Zeit eine wichtige Rolle. Sie sollte der Machtdemonstration und Massenmanipulation dienen. Dabei nahm vor allem Berlin, als Reichshauptstadt, eine bedeutende Position ein. Genau zu diesem Thema gibt es die Ausstellung „Mythos Germania – Vision und Verbrechen“ des Berliner Unterwelten e. V.

Die Nationalsozialisten wollten Berlin zu einer großen Machtzentrale ausbauen. Extra für diese Umsetzung wurde eine neue Behörde „Der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin“, kurz GBI, gegründet. Ihr Chef hieß Albert Speer. Die GBI betrieb eigene Öffentlichkeitsarbeit, Medienpolitik und veröffentlichte Bücher und Filme. Um seine Pläne umzusetzen, ließ Speer ganze Häuserblöcke abreißen und viele Menschen verloren durch dieses Vorhaben ihr Zuhause. Auch vor Friedhöfen machte er keinen Halt. Die Toten mussten umgebettet werden.

Ab Mitte September 1938 forderte Speer zudem die Räumungen von Wohnungen, in denen Juden lebten und versuchte die Vertreibung zu unterstützen und voranzutreiben. Die leer stehenden Wohnungen von Geflüchteten nutzte natürlich der GBI für die eigenen Zwecke. Außerdem gab es Verträge zwischen ihm und der SS, über die Produktion von Baumaterialien in Konzentrationslagern.

Die Ausstellung

In einer Zwischenetage des U-Bahnhofs Gesundbrunnen befindet sich die Ausstellung „Mythos Germania – Vision und Verbrechen“. Insgesamt gibt es sieben verschiedene Themenbereiche, die einen umfassenden Blick auf einige Bauvorhaben in Berlin und die damit verbundenen Verbrechen wie Deportation und Sklavenarbeit, geben sollen. Es wird mitunter auf die GBI, Albert Speer aber auch anderen wichtigen Architekten in der NS-Zeit eingegangen. Außerdem werden Orte in Berlin, die von der NS-Architektur geprägt sind, vorgestellt. In der Ausstellung gibt es Film-, Hör- und PC-Stationen, Originalexponate und das Modell „Germania“, das extra für den Film „Der Untergang“ (2004) erstellt wurde.
Natürlich lässt die Ausstellung nicht offen, warum von einem Mythos die Rede ist. Wer dies herausfinden möchte, sollte sich einen Besuch vornehmen.

Adresse
 Berliner Unterwelten e. V., Brunnenstraße 105, 13355 Berlin (am südlichen Ausgang U-Bahnhof Gesundbrunnen)
Öffnungszeiten
April bis einschließlich Oktober: Donnerstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr
November bis einschließlich März: Samstag und Sonntag 11 – 16 Uhr
Sonderöffnungszeiten rund um Feiertage:
27. Dezember 2016 bis einschließlich 8. Januar 2017 (außer am 1. Januar 2017): 11 – 16 Uhr
24. bis 26. Dezember, 1. Januar 2017:  geschlossen
Website
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