Jeder fängt klein an – Die Nachwuchsreporter der Paralympics Zeitung nicht

Das Team der Nachwuchsreporter (Foto: Thilo Rückeis)

Ein neues Land, eine große Chance, ein professionelles Team und vielleicht sogar neue Freunde. Das und noch viel mehr erwartet die jungen Journalisten der Paralympics Zeitung.

Zehn angehende Journalisten haben alle zwei Jahre die Chance, mit Redakteuren vom Tagesspiegel zu den Paralympischen Spielen zu fahren und vor Ort für die Paralympics Zeitung (PZ) zu berichten. Die nächsten Spiele finden vom 9. bis zum 18. März 2018 in Pyeongchang, Südkorea, statt. Jana Rudolf und Marie Menke sind zwei der Glücklichen. Sie sind 2018 dabei und bereits jetzt voller Vorfreude: „Ich bin total gespannt, weil ich noch nie Paralympische Spiele live gesehen habe. Ich finde es einfach so krass, wie man blind Ski fahren soll“, erzählt Jana. Beim Tagesspiegel-Workshop in Vorbereitung auf die Reise durften wir dabei sein. Großer Respekt für die Sportler schwingt bei Jana ebenfalls mit: „Ich kann mir nicht mal vorstellen, blind zur Tür rauszugehen.“

Marie Menke konnte in ihrem Freiwilligendienst nach dem Abitur bereits Erfahrungen mit behinderten Menschen sammeln. Sie findet es „beeindruckend, wie viel Vertrauen sie in die Leute haben müssen, die ihnen helfen. Ihnen wird auf den Kopf getippt – das sieht aus wie eine Rute – damit sie wissen, wann das Beckenende kommt“, erzählt sie in Bezug auf blindes Schwimmen.

Jana und Marie kommen beide aus Deutschland. Aus Großbritannien und Korea sind ebenfalls Nachwuchsjournalisten angereist. Der 22-jährige Geografiestudent George Simonds aus England ist schon zum dritten Mal dabei. 2012 berichtete er für die englische Ausgabe der Zeitung aus London und 2014 von den Spielen aus Sotschi. Aus Deutschland und Großbritannien sind jedes Mal Studenten dabei. Weitere junge Talente kommen aus dem jeweiligen Gastgeberland dazu. Für Korea ist unter anderem Jisu Yon an Bord. Sie ist 20 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Seoul (Südkorea), ist aber in München aufgewachsen. Ihr Ziel ist es „die deutsch-koreanischen Beziehungen zu verbessern“, wie sie dem Tagesspiegel erzählte.

Jana Rudolf (Foto: Thilo Rückeis)

Was muss man mitbringen?

„Sprachkenntnisse und internationales Interesse sind extrem wichtig“, sagt Ronja Ringelstein, Chefradakteurin der PZ. Auch „ein Gespür dafür, wie schreibe ich über Sport? Wie schreibe ich aber auch über Behindertensport? Wie gehe ich an die Sache ran?“ gehören dazu. Da sind Jana und Marie ja ganz gut gerüstet. Beide sprechen, neben Deutsch und Englisch, eine weitere Fremdsprache. Jana Italienisch und Marie Spanisch. Natürlich sind ein paar Vorerfahrungen hilfreich. Beide haben bereits für verschiedene Zeitungen geschrieben und Praktika absolviert. Kreativität ist auch gerne gesehen. Die Schüler sollen sich nämlich „extrem einbringen“ erwartet Ronja.

Bei der Frage, ob sich die jungen Redakteure gut vorbereitet fühlen, müssen sie lachen. „Koreanisch könnte man noch lernen“, so Marie. Sie sind sich aber darüber einig, dass der Workshop ihnen noch einiges beibringen kann: „Wir kriegen hier schon echt guten Input“, fasst Jana die letzten zwei Tage zusammen. Beim Briefing hatte sie noch den Eindruck, dass alles sehr streng gehandhabt wird, aber „die sind alle total lieb und man kann echt mit jedem reden.“ Marie hatte da schon größere Bedenken: „Ich muss sagen, dass ich gar nicht so die Ahnung von Wintersport habe. Ich kann Ski fahren, aber da hört es auch auf.“ Zuversichtlich ist sie trotzdem: „Jeder übernimmt eine Disziplin, allein oder zu zweit. Es macht einfach Spaß, mal was ganz anderes auszuprobieren.“

Marie Susanne Menke (Foto: Thilo Rückeis)

Die Journalisten fiebern mit

Ronja erzählt von ihren Erfahrungen aus Rio de Janeiro 2016: „Man fiebert bis zur letzten Sekunde mit, ob man für die deutsche Mannschaft nicht noch eine Medaille mehr eintragen kann.“ Eine Maske für den Medaillenspiegel gibt es zwar, ansonsten sind die Jungjournalisten aber auf sich gestellt. Denn die eigentlichen Artikel werden erst geschrieben, wenn es wirklich so weit ist. Die Studenten müssen einfach lernen „schnell zu reagieren, schnell zu arbeiten und auch schnell zu schreiben“, so Ronja weiter. Natürlich unterstützt das Tagesspiegel-Team die Nachwuchsredakteure. Sie bringen Themenvorschläge und helfen ihnen, den richtigen Schwerpunkt zu setzen.

So aufregend die Zeit in Pyeongchang auch werden wird, so viel Stress hält sie für die Schreiberlinge bereit. „Aber man arrangiert sich. Man schreibt dann schon im Shuttle mit dem Laptop auf den Knien und dann schafft man das auch“ blickt die Chefredakteurin optimistisch auf die bevorstehenden Spiele.

Beim Vorbereitungs-Workshop der Paralympics Zeitung hören die Nachwuchsreporter gespannt zu, wenn Chefredakteurin Ronja Ringelstein spricht (Foto: Thilo Rückeis)
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