Gentechnik, schwarze Pommes, Tierwohl – die Grüne Woche 2017

Kühe streicheln, internationales Essen genießen und riesige Maschinen der Landwirtschaft bestaunen. Hunderttausende Gäste treffen sich jährlich auf der Grünen Woche, der weltweit größten Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau in Berlin. Auch in diesem Jahr lockte die Messe wieder Groß und Klein an.

Zum 82. Mal fand vom 20. Januar bis zum 29. Januar 2017 die Internationale Grüne Woche in Berlin statt. Auf der Agrar- und Ernährungsmesse präsentierten sich in den Hallen unter dem Funkturm 1650 Aussteller aus 66 Ländern.

Seit 2005 gibt es jedes Jahr ein offizielles Partnerland auf der Grünen Woche. Dieses Jahr war es Ungarn. Ein internationales und nationales Angebot von Nahrungs- und Genussmitteln, feinste Frischeprodukte aller Art, Maschinen und Ausstattungen für Landwirtschaft und Gartenbau, Küchengeräte und alles rund ums Tier erwarteten die Besucher auf dem Messegelände.

Neues Label für „Mehr Tierwohl“

Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt präsentierte auf der Grünen Woche in Berlin ein neues staatliches Label für mehr Tierwohl. Mit der Initiative Tierwohl bekennen sich die Verantwortlichen aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel zu ihrer Verantwortung für Tierhaltung, Tiergesundheit und Tierschutz in der Nutztierhaltung.

Es wurde ein System geschaffen, das für mehr Tierwohl in landwirtschaftlichen Betrieben sorgt. Die Initiative hat bestimmte Kriterien für die Tierhaltung entwickelt. Zum Beispiel das Tageslicht, der Auslauf der Nutztiere, Beschäftigungsmaterial oder die Luftkühlungsvorrichtungen spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Finanziert wird die Initiative Tierwohl durch die teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels. Derzeit werden dort vier Cent pro Kilogramm vom verkauften Geflügel- und Schweinefleisch eingezahlt. Zu Beginn der Teilnahme werden die Betriebe auf die Kriterien des Tierwohls überprüft. Später werden jährliche unangekündigte Prüfungen durch Auditoren in den Betrieben durchgeführt. Die Initiative Tierwohl entwickelt ihre Kontrollmaßnahmen und Regeln von Jahr zu Jahr weiter.

Mit dem Kauf eines Produktes mit dem Label für mehr Tierwohl, z. B. bei Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe, können Verbraucher damit jeden Tag ihren Beitrag zu mehr Tierschutz leisten.

Außerdem stellte Christian Schmidt seine Entwicklung für ein alternatives Verfahren vor, um das Massentöten von männlichen Küken zu verhindern. Dabei wird das Geschlecht der Küken vor dem Schlüpfen bestimmt und nur die Eier mit weiblichen Embryonen werden weiter ausgebrütet.

18.000 Menschen gegen Massentierhaltung und Agrarindustrie

Parallel zur Grünen Woche haben Tausende von Menschen für besseren Umwelt- und Tierschutz in der Landwirtschaft in Berlin demonstriert. Die Demonstration „Wir haben es satt“ stand unter dem Motto „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ und startete am Potsdamer Platz.

130 Traktoren und 18.000 Demonstranten, darunter Verbände von konventionell und ökologisch wirtschaftenden Bauern, Natur- und Tierschützern sowie kirchliche Hilfswerke, bewegten sich zum Brandenburger Tor. Der Vorwurf der Bauern war, dass die Existenz von kleinen Agrarkonzernen bedroht sei und kleine Höfe aussterben würden.

Ein Siegel für mehr Transparenz bei Gentechnik

Nicht nur Stände gegen Massentierhaltung, sondern auch gegen Gentechnik waren auf der Messe der Grünen Woche vertreten. In immer mehr Lebensmitteln sind gentechnisch manipulierte Produkte enthalten. Für mehr Sicherheit und Orientierung soll das „Ohne Gentechnik“-Siegel helfen und somit Lebensmittel, in denen keine gentechnischen veränderten Bestandteile enthalten sind, kennzeichnen. Außerdem wurde auch bei der Tierfütterung auf genetisch veränderte Futterpflanzen verzichtet.

 

Schwarze Pommes und Tuben-Marmelade

Für die Besucher der Grünen Woche gab es internationales und nationales Essen aus der ganzen Welt zu probieren. Von Käse, Wurst, Wein und Bier bis hin zur schwarzen Pommes und der Marmelade aus der Tube wurde alles zur Verkostung angeboten.

Schwarzes Essen gab es in der Markthalle „Streetfood“ zu testen. Am Imbissstand von Gerd Jacke sieht alles verbrannt aus. Alles ist schwarz, vom Brötchen über die Currywurst bis hin zum Burger. Viele Besucher trauten ihren Augen kaum, als sie zum ersten Mal eine schwarze Pommes zu Gesicht bekamen.

Appetitlich, sah das Essen nicht aus aber trotzdem zogen die gefärbten Pommes und Burger die Blicke auf sich. Das Fast Food vom Unternehmen „Keluha – the black food-company“ ist nicht nur schwarz, sondern auch gesund, da es den Körper von Giftstoffen befreit, erzählte Elke Zettl.

Neben den dunklen Pommes fielen einem die Tuben-Marmelade aus Tschechien auf. Diese gab es in drei Geschmacksrichtungen: Erdbeere, Pflaume und Aprikose. Eine Marmelade, die man gut auf Reisen oder zum Campen mitnehmen kann und die super handlich für Kinder ist. Ohne ein Messer kann man diese auf dem Brot verteilen. Die Marmelade aus der Tube, die ein wenig wie eine Zahnpastatube aussieht, ist eine verrückte aber auch praktische Idee.

Am Sonntag, den 29. Januar 2017, endete die Internationale Grüne Woche in Berlin. Auch im nächsten Jahr werden Tausende von Gästen erwartet.

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