Flatliners – Unterhaltung auf der Nulllinie

Flatliners (Foto: Sony Pictures)

Eine der wohl spannendsten Fragen der Menschheit: Was passiert nach dem Tod? Niels Arden Oplev versucht mit seiner Neuverfilmung Flatliners dieser Frage auf den Grund zu gehen. Einige kennen vielleicht das Original von 1990. Ob Oplevs Neuauflage da mithalten kann? Lest selbst.

Medizinstudentin Courtney Holmes, gespielt von Ellen Page, lockt ihren Kommilitonen Jamie (James Norton) – unter dem Vorwand, Sex mit ihm zu haben – in den Keller des Krankenhauses. Als er dort auf seine Studienkollegin Sophia (Kiersey Clemons) trifft, schlägt Courtney ihren todesmutigen Plan vor: Sie will einen Herzstillstand bei sich herbeiführen und eine Minute später von Jamie und Sophia zurück ins Leben geholt werden.

Jamie, der bisher eher durch die Anzahl seiner Liebschaften als durch seine intellektuellen Glanzleistungen auffiel, willigt sofort ein. Sophia ist nach kurzem Zögern auch dabei. Nachdem Courtney begeistert und ohne körperliche Versehrtheit von ihrer Erfahrung berichtet, hatten die anderen Blut geleckt. So durchlebt also jeder seine ganz persönliche Flatline. Courtney hat auf einmal ihre zwölf Jahre zurückliegenden Klavier-Skills zurück und weiß sämtliche Nebenwirkungen aller Medikamente aus dem Kopf. Woran das liegt? Der Zuschauer wird darüber im Dunkeln gehalten. Marlo (von Nina Dobrev verkörpert), Jamie und Sophia erfahren aber nicht nur positive Dinge im Jenseits. Fortan kämpfen sie gegen die Sünden ihrer Vergangenheit, denen sie in der Grenzwelt begegneten. Und auch Courtney muss ihren Dämonen gegenübertreten.

Schockmomente gibt es zuhauf

Nur leider werden diese mit der Zeit so vorhersehbar, dass man sich als Zuschauer schon vorher anspannt, damit man nicht zu sehr in seinem Kinosessel zusammenzuckt und die umliegenden Sitzreihen womöglich mitwackeln. Partys und absurde Sexszenen, gemischt mit unzähligen Erschreckern und der neue Teenie-Schocker steht. Doch was soll uns das Ganze sagen? Dass unsere Fehler uns bis in den Tod verfolgen? Dass wir noch im Jenseits für unsere Sünden büßen werden? Oder will Oplev mal den Moralapostel raushängen lassen?

Wer einen Film sehen will, in dem es wirklich um Nahtoderfahrungen geht, dem kann nur wärmstens das Original Flatliners – Ein guter Tag zum Sterben ans Herz gelegt werden. Niels Arden Oplev hätte sich lieber ein bisschen mehr an das originale Drehbuch von Peter Filardi halten sollen. Vielleicht hätte die Handlung dann wenigstens Sinn ergeben.

Geschrieben von
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